Download Fortführungsprognose

So, nun haben Sie endlich alle Unterlagen für den Jahresabschluß zusammenbekommen, an den Steuerberater gegeben und jetzt schreibt er Ihnen, Ihr Unternehmen sei überschuldet, Sie müßten eventuell Insolvenz anmelden und ohne eine positive Fortführungsprognose könne er nicht weitermachen!

Warum macht der das?

Er tut es nicht, um Sie zu ärgern oder um mehr Honorar aus Ihnen herauszuholen. Denn er kann diese Fortführungsprognose nicht erstellen. Das müssen Sie schon selbst machen oder jemand anderen damit beauftragen.

Hintergrund ist folgender:

Nach der Insolvenzordnung ist Ihr Unternehmen überschuldet und Sie müßten die Insolvenz anmelden, wenn das Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt (s. unser Artikel zum Thema Insolvenzverschleppung). Es gibt aber eine Ausnahme, nämlich dann, wenn die Fortführung des Unternehmens überwiegend wahrscheinlich ist, obwohl das Unternehmen rechnerisch überschuldet ist. Das ist dann der Fall, wenn Sie darlegen können, daß Ihr Unternehmen die Überschuldungssituation überwinden und sich die Luft verschaffen kann, um die Geschäfte fortzuführen. Diese Möglichkeiten müssen wahrscheinlich sein – sollten Sie sich irren und Ihr Unternehmen dennoch Schiffbruch erleiden, dann ist das nicht strafbar oder in irgendeiner Weise mit Sanktionen belegt. Sollte Ihre Prüfung allerdings ergeben, daß das Unternehmen sich wohl nicht mehr erholen wird, dann müssen Sie innerhalb kurzer Fristen die Insolvenz anmelden.

Halten wir also fest: Mit einer positiven Fortführungsprognose können Sie die rechnerische Überschuldung Ihres Unternehmens neutralisieren! Sie können weitermachen und müssen nicht die Insolvenz anmelden! Die Staatsanwaltschaft wird Ihnen keine Insolvenzverschleppung vorwerfen können! Nehmen Sie die Erstellung der Fortführungsprognose also bitte ernst und holen Sie sich am besten fachkundige Hilfe bei der Team U!

Was gehört nun in eine Fortführungsprognose?

Hinein gehört auf jeden Fall eine Feststellung der Situation und aller Maßnahmen, die Sie treffen werden, um diese Situation zu überwinden. Also z.B. Kostensenkungsmaßnahmen, Entlassungen, Verbesserungen des Forderungsmanagements etc. pp., aber auch Tilgungsstreckungen mit Kreditinstituten, Eigenkapitalspritzen von Gesellschaftern, Familienmitgliedern oder anderen sowie Zahlungserleichterungsabsprachen mit Lieferanten u.ä.

Und was machen Sie dann mit der Fortführungsprognose?

Diese geben Sie dann an Ihren Steuerberater, denn sie ermöglicht es ihm, überhaupt mit der Erstellung Ihres Jahresabschlusses fortzufahren und hierbei von Fortführungs- und nicht von Zerschlagungswerten auszugehen.

Was der Unterschied ist? Fortführungswerte sind diejenigen Wertansätze, von denen man bei einer Fortführung der Gesellschaft ausgehen kann. Diese sind naturgemäß höher, als wenn man die Liquidationswerte ansetzen muss, die bei einer Einstellung des Betriebs und einem Ausverkauf des Betriebsvermögens zu erzielen sind.

Außerdem interessiert sich sicherlich Ihr Kreditinstitut für die positive Fortführungsprognose und benötigt sie bei der Risikobeurteilung eines bereits bestehenden und ggfls. neuer Kreditengagements.

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