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Erste Hilfe

Sie suchen Vorlagen oder Musterschreiben, ergänzende Informationen oder Hilfsmittel? Dann finden Sie hier alles auf einen Blick nach Themenbereichen sortiert.

Kreditkündigungen und Gläubigerpost

Kreditkündigungen und Gläubigerpost sind nicht schön und plötzlich soll der volle Betrag auf einmal zurückgezahlt werden. Es handelt sich hierbei allerdings um gesetzlich vorgeschriebene Standardschreiben, die versendet werden müssen. Aus unserer Erfahrung sind Ratenzahlungsvereinbarungen mit deutlich geringeren Beträgen oft trotzdem möglich.

Die Pfändungstabelle gibt einen ersten Überblick, welches Einkommen pfändungsfrei ist und anhand der Forderungsaufstellung kann eine Quote für Gläubiger erstellt werden.

Raten können nicht mehr gezahlt werden

Um aus dem pfändungsfreien Einkommen alle Gläubiger gleichermaßen zu befriedigen ist es wichtig, zunächst sämtliche Ratenzahlungen an alle Gläubiger einzustellen und über die Zahlungsunfähigkeit in Kenntnis zu setzen. Sollten die Raten weiterhin gezahlt werden, stimmen die Gläubiger einer niedrigeren Ratenzahlung verständlicherweise nicht zu. Bei Einstellung oder unregelmäßiger Zahlung existenzieller Verträge wie beispielsweise den Energielieferanten, Telefon und Internet, Mietzahlungen der Unterkunft, PKW-Finanzierung oder auch die Rate für die Immobilie, empfiehlt sich bei gewünschter Fortführung der Verträge diese weiterzuzahlen.

Die Abgabe einer freiwilligen Vermögensauskunft ist unter Umständen sinnvoll, um den Gläubiger in Kenntnis über die Vermögensverhältnisse des Schuldners zu setzen, ohne dass dieser einen Gerichtsvollzieher (verbunden mit zusätzlichen Kosten) beauftragt. Die Abgabe der Vermögensauskunft beim Gerichtsvollzieher hat nicht nur die Weiterleitung an die Auskunfteien (z.B. Schufa) zur Folge, sondern es kann bei einer Forderung von über 500,-€ seit dem 01.01.2013 ergänzend vom Gerichtsvollzieher auch eine elektronische Information zu Fahrzeugen, Konten und des Arbeitsverhältnisses eingeholt werden.

Der Prioritätenkreis zeigt übersichtlich wie das zur Verfügung stehende Geld verteilt werden sollte. Sollten hier die Zahlungen eingestellt werden, entfallen sämtliche Rechte aus den Verträgen: Energielieferung wird eingestellt, die Unterkunft wird gekündigt, der Immobilie droht die Zwangsversteigerung, das Fahrzeug wird verwertet.

Weitere Informationen zu Handlungsempfehlungen, Rechten und Pflichten geben die Ratgeber Verbraucher, Ratgeber für Selbstständige sowie der Ratgeber zur Grundsicherung.

Konto vor fremden Zugriff schützen, Schulden bei der Hausbank

Wie uns aus den Erfahrungen der Gesprächskreisteilnehmer berichtet wurde, macht die Hausbank oftmals von ihrem Recht Gebrauch, das komplette Monatseinkommen einzubehalten, ohne hierbei die Pfändungsgrenzen zu beachten. Sollten also Schulden bei der Bank bestehen, die auch das Girokonto führt, sollte ein Wechsel der Bank erfolgen und dort ein Guthabenkonto eingerichtet werden.

Wichtig: Den Arbeitgeber oder Kunden über die neue Bankverbindung informieren noch bevor die Gläubiger über die Zahlungsunfähigkeit in Kenntnis gesetzt werden. Sollte keine Bank Interesse an einer Zusammenarbeit haben, können wir oft weiterhelfen.

Seit dem 01.01.2012 kann Pfändungsschutz nur auf einem P-Konto (Pfändungsschutzkonto) in Anspruch genommen werden. Selbst bei versuchter Kontopfändung der Gläubiger kann über den pfändungsfreien Betrag von 1.073,88 EUR (Stand 1.7.2015) frei verfügt werden. Die Banken sind zwar verpflichtet nicht nur ein Guthabenkonto, sondern auch ein P-Konto zur Verfügung zu stellen, doch dies sieht in der Praxis leider oftmals anders aus. Daher empfiehlt es sich bei Verweigerung der Kontoeröffnung den Ombudsmann um Hilfe zu bitten. Bei gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen oder Sozialleistungen erhöht sich dieser Betrag. Bescheinigungen können beim Amtsgericht oder einer geeigneten Schuldnerberatungsstelle ausgestellt werden. 

Hier finden Sie weitere Informationen...

Sie können aber auch gleich hier diese Bescheinigung zum Selbstkostenpreis bestellen.

Insolvenzverfahren

Kann ein drohendes Insolvenzverfahren nicht mehr abgewendet werden ist dies nicht gleichbedeutend mit Mittellosigkeit. Der vorhandene PKW bis zu einem Wert von ca. 7.500,00 € unterliegt beispielsweise nicht der Insolvenzmasse, sofern dieser für die Fortsetzung der Erwerbstätigkeit benötigt wird und der Arbeitsplatz nicht oder nur unzumutbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Auch gesundheitliche Gründe können eine Rolle spielen. Die Rate für einen finanzierten PKW darf aus dem unpfändbaren Einkommen weiter getilgt werden. Auch gesundheitliche Probleme müssen berücksichtigt werden.

Informationen zum Ablauf eines Insolvenzverfahrens sind hier.

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Kirsten Diederich

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