Team U - Glossar

Glossar Insolvenz­begriffe

In dem Glossar Insolvenzbegriffe haben wir alles Wissenswerte rund ums Thema Krise und Insolvenz zusammengestellt – für den schnellen Durchblick.

Absonderung

Bei einer Insolvenz erhält der Insolvenzverwalter die Möglichkeit, das Vermögen des Schuldners zu verwerten. Diejenigen Teile des Vermögens, die aber einer Kreditsicherung dienen, werden abgesondert. Das bedeutet, dass der Gläubiger – z.B. die Bank ­– zunächst seine Forderungen durch die Verwertung des Sicherungsgutes befriedigen darf. Beispiel: ein Kraftfahrzeug wurde der Bank als Sicherheit gegeben. Die Restschulden betragen € 10.000,-. Das Fahrzeug ist noch € 12.000,- wert. Die Bank erhält € 10.000,- und die restlichen € 2.000,- werden zur Befriedigung der anderen Gläubiger herangezogen. Ein Absonderungsrecht kann auch einem privaten Gläubiger vertraglich zugesichert werden.

Anfechtung

Mittels einer Anfechtung kann der Insolvenzverwalter diejenigen Rechtshandlungen des Schuldners anfechten, die dieser vor der Insolvenzeröffnung getätigt hat. Beispiel: Der Schuldner weiß, dass seine Insolvenz nicht mehr abzuwenden ist. Er verkauft seinen Sportwagen (Wert € 20.000,-) zwei Monate vor Insolvenzeröffnung für € 3.000,- an einen Freund (er schuldete ihm € 5.000,-). Mit den € 3.000,- bezahlt er noch seinen Steuerberater, bei dem er schon seit einem Jahr eine Rechnung offen hatte. Der Insolvenzverwalter hat nun die Möglichkeit, den Verkauf anzufechten und das Auto zu einem regulären Preis zu veräußern. Zudem kann er vom Steuerberater die überwiesenen € 3.000,- zurückverlangen. Die Gelder fließen in die Insolvenzmasse und dienen der Befriedigung aller Gläubiger und insbesondere der Gerichtskosten. Die Anfechtung dient dazu, den Gläubigern keinen Sondervorteil zu verschaffen, die die nahende Insolvenz erahnt haben und sich im Vorfeld befriedigen wollen. Alles Weitere zu diesem Thema bitte in der Insolvenzordnung nachlesen!

Anonyme Insolvenzler

Die Anonymen Insolvenzler sind eine Selbsthilfegruppe für Menschen vor und in der Insolvenz. Diese wurden von Attila von Unruh in 2007 gegründet und in Köln gestartet. Inzwischen gibt es 14 Gesprächskreise in Deutschland. http://www.team-u.de/Schnelle_Hilfe/Anonyme_Insolvenzler

Aufhebungsbeschluss

Ist die Insolvenz beendet, wird diese durch einen Aufhebungsbeschluss aufgehoben. Auch wenn es insgesamt sechs Jahre dauert, bis eine Restschuldbefreiung ausgesprochen wird, wird das eigentliche Insolvenzverfahren in aller Regel doch schon früher aufgehoben. Es gibt aber auch Ausnahmefälle.

Ausbuchung

Wenn der Gläubiger zu dem Schluss kommt, dass er seine Forderungen nicht mehr bezahlt bekommt, bucht er diese aus. Häufig auch, um dem „schlechten“ Geld kein „gutes Geld“ hinterherzuwerfen. Nach einem ausgehandelten Vergleich wird ebenso verfahren. Der Gläubiger hat einen Teil der Forderung erhalten und verzichtet auf den Rest.

Außergerichtliche Einigung

Vor einer Beantragung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens muss zwingend (jedenfalls nach der jetzt noch gültigen Insolvenzordnung) ein außergerichtlicher Einigungsversuch – auf Grundlage eines Planes – unternommen werden. Der Sinn besteht darin, die Gerichte nicht unnötigerweise zu belasten. Bei Ablehnung stellt eine staatlich zugelassene Schuldnerberatungsstelle (geeignete Stelle) eine Bescheinigung aus. Natürlich hat jeder Schuldner den Wunsch, ein Insolvenzverfahren zu umgehen und lieber einen Vergleich oder eine Ratenzahlung zu vereinbaren, auch wenn ihn dies mehr kostet als ein Insolvenzverfahren. Leider nutzen die Gläubiger oftmals diese Angebote nicht und lehnen eine außergerichtliche Lösung ab. Die Folge ist, dass die Gerichte zu stark belastet werden. Der Staat ebenso, und somit muss es wohl zu einer Gesetzesänderung kommen.

Aussonderung

Bei einer Insolvenz erhält der Insolvenzverwalter die Möglichkeit, das Vermögen des Schuldners zu verwerten. Diejenigen Teile des Vermögens, die noch nicht in das Eigentum des Schuldners übergegangen sind, werden ausgesondert, sprich werden vom übrigen Vermögen getrennt. Beispiel: Ein Fernseher wird unter Eigentumsvorbehalt geliefert. Er muss also erst bezahlt werden, bevor er zum Eigentum des Schuldners zählt. Bei Insolvenz hätte der Eigentümer (Lieferant) das Recht, diesen Fernseher abzuholen, um seinen Schaden dadurch geringer zu halten. 

Drittschuldner

Ein Beispiel: Es wird ein Kreditvertrag abgeschlossen. Die Bank schuldet dem Kreditnehmer die Darlehenssumme (das wird als erstes Schuldverhältnis bezeichnet). Der Kreditnehmer schuldet der Bank die Rückzahlung des Kredites (das wird als zweites Schuldverhältnis bezeichnet). Der Arbeitgeber schuldet dem Arbeitnehmer (= Kreditnehmer) den Lohn, mit dem der Kredit bezahlt werden soll – genau das wird als drittes Schuldverhältnis bezeichnet, der Arbeitnehmer ist also der Drittschuldner.

Drittschuldnererklärung

Die Erklärung des Arbeitgebers, wie hoch die Ansprüche des Arbeitnehmers gegen ihn sind. Sprich: wie hoch ist das Gehalt / der Lohn? Drittschuldner kann aber auch die kontoführende Bank sein. Diese muss dann dem Pfändungsgläubiger erklären, wie die Kontostände sind bzw. ob ein Schließfach besteht. Gleichfalls wird in der Drittschuldnererklärung angegeben, ob es schon Vorpfändungen gibt und ob die Pfändung überhaupt anerkannt wird (siehe auch Drittschuldner).

Forderungsaufstellung

Eine Forderungsaufstellung wird vom Gläubiger auf Verlangen gefertigt. Diese weist aus, welche Hauptforderung, Zinsen und Kosten er verlangt. Zudem beinhaltet sie, welche Zahlungen zu welchem Zeitpunkt geleistet wurden.

Geeignete Stelle

Die geeigente Stelle ist eine staatlich anerkannte Schuldnerberatungstelle. Die Zulassungsvoraussetzungen haben die einzelnen Bundesländer unterschiedlich in den  Ausführungsverordnungen zur Insolvenzordnung geregelt. Es werden sowohl berufliche als auch fachliche Mindestvoraussetzungen geprüft. In einer geeigneten Stelle können mehrere Schuldnerberater arbeiten. Geeignete Stellen können sowohl gewerblich als auch gemeinnützig tätig sein. Geeignete Stellen sind berechtigt, in bestimmten Bereichen Rechtsdienstleistungen anzubieten als auch Bescheinigungen für die Insolvenzordnung und für das P-Konto auszustellen. 

Gewerbliche Schuldnerberater

Gewerbliche Schuldnerberater sind in aller Regel sehr kompetent, arbeiten kundenorientiert und verweisen nicht auf Wartezeiten, welche bekanntlich sehr lebensfeindlich und teuer sind. Die einzelnen Bundesländer haben Regeln aufgestellt, nach denen gewerbliche Schuldnerberater als geeignete Stellen zugelassen werden können. Dadurch können erhebliche Steuermittel gespart werden, da die Finanzierung durch die jeweiligen Auftraggeber erfolgt. Diesen ist die Bezahlung möglich, weil die Gläubigerzahlungen, je nach Einzelfall, zwischenzeitlich ausgesetzt werden. Achten Sie aber dennoch darauf, ob Ihr gewerblicher Schuldnerberater staatlich zugelassen ist und dem BV-GIB angehört. Dadurch können Sie sicherstellen, dass es sich um eine seriöse Beratungsstelle handelt. Wir helfen Ihnen gerne bei der Suche.

Insolvenz

Gegenteil von Solvenz (zahlungsfähig oder leistungsfähig sein). Die Insolvenz wurde früher auch Konkurs genannt. Insolvenz ist lateinisch, und Konkurs vom Wortstamm griechisch. Auf jeden Fall heißt es „Pleite sein“.

Insolvenz-Beaknntmachungen

Unter der Internetseite www.insolvenzbekanntmachungen.de kann jeder sehen, über wessen Vermögen eine Insolvenz eröffnet wurde. Früher wurden die Insolvenzen in den Zeitungen veröffentlicht. Aus Kostenersparnisgründen erfolgt dies nun über das Internet.

Insolvenzgeld

Nach der Insolvenz eines Unternehmens wird den Angestellten für einen Zeitraum von drei Monaten ein Insolvenzgeld bezahlt. Es muss innerhalb von zwei Monaten nach der Insolvenzeröffnung (oder der Abweisung Mangels Masse) beim Arbeitsamt beantragt werden.

Insolvenzgericht

Das Gericht, welches das Insolvenzverfahren überwacht. Meistens das Amtsgericht am Sitze des Landgerichtes.

Insolvenzhotline

Die INSOLVENZHOTLINE wird von der Stiftung Finanzverstand betrieben und finanziert. Hierbei erhält sie tatkräftige Unterstützung von den Anonymen Insolvenzlern, der Unternehmensberatung von Team U sowie deren Netzwerkpartner. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen werden separate Hotlines für Privatpersonen und für Selbstständige, Unternehmer und Gesellschafter angeboten.

Insolvenzmasse

es gibt den bekannten Begriff: "Insolvenz mangels Masse abgelehnt". Masse ist das, was an Vermögen einer Privatperson oder Firma bei Insolvenz übrig geblieben ist. Wenn es zu gering ist, um die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens abzudecken, kommt es zum o.g. Beschluss eines Gerichtes. Wenn aber Insolvenzmasse vorhanden ist, bzw. durch Anfechtungen und Durchsetzung von Ansprüchen herangezogen werden kann, wird diese Masse bei Schluss des Verfahrens an die Gläubiger verteilt werden. Dies geschieht nach Quote, sprich Anteil an den Gesamtschulden. Bei Privatpersonen gibt es die Möglichkeit der Verfahrenskostenstundung, um das Insolvenzverfahren trotz fehlender Masse dennoch durchzuführen.

Insolvenzplan

Ein Plan, der den Gläubigern im eröffneten Insolvenzverfahren zur Abstimmung vorgelegt wird. In ihm wird geregelt, was die Gläubiger aus der Insolvenzmasse erhalten. Für den Plan werden die Gläubiger in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Die ablehnenden Gläubiger können, ähnlich wie beim Schuldenbereinigungsplan, überstimmt werden.

Insolvenzverfahren

Die gesetzlichen Änderungen zur Insolvenz, die vom Bundestag beschlossen wurden, werden an anderer Stelle beschrieben. Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass es Möglichkeiten der Verkürzung von derzeit 6 Jahren auf 3 bzw. 5 Jahre gibt, um eine Restschuldbefreiung zu erreichen.

Insolvenzverschleppung

Für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG, Ltd.) gelten bei Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit Insolvenzanmeldepflichten. Wenn diese nicht eingehalten werden, kommt es zur strafbaren Insolvenzverschleppung. Eine natürliche Person hat keine Insolvenzanmeldepflicht. Aber es besteht die Gefahr eines Eingehungsbetruges, wenn trotz Zahlungsunfähigkeit weitere Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.

Insolvenzverwalter

Meistens ein spezialisierter Rechtsanwalt oder Steuerberater. Nach Insolvenzeröffnung übergibt das Amtsgericht das Verfahren an einen Insolvenzverwalter, welcher das Vermögen verwaltet und verwertet sowie die Gläubigeranmeldungen überwacht. Er ist fortan der „Chef“ des Verfahrens!

Masse

Es gibt den bekannten Begriff „Insolvenz mangels Masse abgelehnt“. Masse ist das, was an Vermögen einer Privatperson oder Firma bei Insolvenz übrig geblieben ist. Wenn es zu gering ist, um die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens abzudecken, kommt es zum o.g. Beschluss eines Gerichtes. Wenn aber Insolvenzmasse vorhanden ist bzw. durch Anfechtungen und Durchsetzung von Ansprüchen herangezogen werden kann, wird diese Masse bei Schluss des Verfahrens an die Gläubiger verteilt. Dies geschieht nach Quote, sprich Anteil an den Gesamtschulden. Bei Privatpersonen gibt es die Möglichkeit der Verfahrenskostenstundung, um das Insolvenzverfahren trotz fehlender Masse dennoch durchzuführen.

Masseunzulänglichkeit

Ist eine in Insolvenz gegangene Gesellschaft ohne ausreichende Masse, um laufende Kosten zu bezahlen, erklärt der Insolvenzverwalter die Masseunzulänglichkeit. Dies gilt auch für natürliche Personen. Der Insolvenzverwalter schützt sich dadurch gegen Schadensersatzverpflichtungen.

Nachtragsverteilung

Nach der Aufhebung der Insolvenz sollen noch erwartete eingehende Gelder verteilt werden. Diese werden zur Nachtragsverteilung angeordnet (z.B. Steuerrückerstattung).

Niederschlagung

Eine von einer öffentlichen Behörde erhobene Forderung wird niedergeschlagen, sprich: sie wird zukünftig nicht mehr geltend gemacht.

Nullplan

Eine außergerichtliche Vergleichsregelung, die keine festen, sondern lediglich flexible Raten verspricht, ggf. nur ein Nullplan. Dieser wird in aller Regel von den Gläubigern abgelehnt.

Obliegenheiten

Das Wort klingt schon so und so ist es auch: Es ist wie eine Last, die der Schuldner in der Insolvenz bzw. der Wohlverhaltenszeit mit sich trägt. Er muss bestimmte Regeln einhalten, um seine Restschuldbefreiung zu bekommen. Er muss mitwirken, sich um Arbeit bemühen, also etwas unternehmen, um seinem Treuhänder bzw. dem Gericht gegenüber gefällig zu sein (vgl.§295 InsO). 99 Prozent aller Schuldner können diese Regeln einhalten.

Primärschulden

Das sind z.B. Mietschulden und Energieschulden. Eine solche Verschuldung wird durch Einhaltung des Prioritätenkreises vermieden.

Prioritätenkreis

Der Prioritätenkreis dient zur Verdeutlichung der Reihenfolge der Ausgaben. Am wichtigsten sind die Grundbedürfnisse. Sprich: „warme Höhle, Lebensmittel, Kleidung“, dann kommen nach und nach die anderen Ausgaben hinsichtlich ihrer Notwendigkeiten. Zu dem Zeitpunkt, wenn die Schuldner in die Beratungsstellen kommen, hat sich meistens folgendes Szenario abgespielt: Die Gläubiger im roten oder orangen Kreis haben durch Androhung von Maßnahmen ihre Ratenzahlungen erhalten. Dadurch wurde das Geld vom inneren Kreis in die äußeren Kreise gegeben. In der Mitte entstand ein „Vakuum“ und die primären Verpflichtungen konnten nicht mehr bedient werden. In dieser Situation werden dann Freunde, Kollegen und Bekannte um Geld angepumpt. Dies wiederholt sich dann Monat für Monat und letztlich hat der Schuldner eine Vielzahl von Gläubigern. Er vereinsamt, da er seinen privaten Geldgebern nicht begegnen mag etc. Bei vielen Gerichten wurden in der Vergangenheit Urteile gefällt, die die Bedienung einer Bankforderung höher stellten als den Ehegattenunterhalt. Dies hat zur Verschlimmerung der familiären Beziehungen geführt. 

Prüftermin

Wird ein Termin innerhalb eines Insolvenzverfahrens benannt, welcher dazu dient, die angemeldeten Forderungen der Gläubiger und die eingeleiteten Maßnahmen des Insolvenzverwalters zu prüfen. Der Insolvenzverwalter berichtet dem Gericht und den Gläubigern. Der Schuldner kann an dem Termin teilnehmen, um seine Rechte zu wahren.

Ratenzahlungsplan

Ein Plan zur Tilgung von Schulden auf Grundlage von Raten. Den Gläubigern wird ein Plan vorgelegt. Ggf. sind daran Bedingungen geknüpft, wie z.B. die Einstellung von Zwangsmaßnahmen, der Ankündigung von Forderungsverzichten oder auch die Meldung an die Schufa, dass es eine Einigung gegeben hat.

Regelinsolvenzverfahren

Das ist das Insolvenzverfahren eines Unternehmens oder eines ehemals Selbstständigen, falls dessen Verfahren unübersichtlich ist. Unübersichtlich ist ein Verfahren, wenn es mehr als 19 Gläubiger gibt oder noch Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen vorhanden sind. Es wird im Aktenzeichen des Gerichtes als IN-Verfahren bezeichnet. IN-Verfahren sind die „Normal-verfahren“, während die IK-Verfahren als Kleinverfahren (Verbraucher- oder Privatinsolvenzen) bezeichnet werden.

Restschuldbefreiung

Ein Begriff und das Ziel für Menschen, die in die Insolvenz gehen. Er deutet darauf hin, dass der Schuldner von allen normalen Schulden befreit wird, die nach Durchführung des Insolvenzverfahrens und nach der Wohlverhaltenszeit noch übrig sind. Deliktische (strafbefangene) Schulden werden nicht erlassen. Die Restschuldbefreiung wird sechs Jahre nach Insolvenzeröffnung erteilt. Die gesetzlichen Änderungen zur Insolvenz, die gerade vom Bundestag beschlossen wurden, werden zum späteren Zeitpunkt beschrieben. Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass es Möglichkeiten der Verkürzung von derzeit 6 Jahren auf 3 bzw. 5 Jahre gibt, um eine Restschuldbefreiung zu erreichen. Das neue Gesetz ist zum 01.07.2014 in Kraft getreten.

Restschuldversicherung

Sie soll den Restbetrag eines Kredites bei Tod oder Arbeitslosigkeit bezahlen. Die Prämie ist in den monatlichen Raten zumeist enthalten

Schlussverteilung/Schlusstermin

Am Ende eines Insolvenzverfahrens wird das vom Insolvenzverwalter angesammelte Vermögen (Masse) an die Gläubiger verteilt. Es folgt der Schlusstermin mit der anschließenden Aufhebung des Verfahrens. 

Schuldenbereinigungsplan

Ein Plan, der zur Bereinigung der Schulden dient. Dieser kann ggf. auch gerichtlich festgestellt werden, wenn er im Rahmen der Regelungen der Verbraucherinsolvenz erstellt wurde. Dabei können ablehnende Gläubiger vom Gericht überstimmt werden. Zuvor muss die Mehrheit der Gläubiger, nach Kopf und Summe, zugestimmt haben.

Schuldenregister

Das ist ein beim Gericht geführtes Register von Schuldnern, die eine Erklärung über ihr Vermögen abgeben mussten. Bis zum 31.12.2012 wurde dieses Register beim örtlichen Amtsgericht geführt. Seit Anfang 2013 werden alle neuen Eintragungen beim zuständigen Mahngericht eines Bundeslandes geführt. Für NRW ist dies das Amtsgericht Hagen.

Schuldner

Der Schuldner schuldet dem Gläubiger die Rückzahlung von Leistungen. Der Begriff Schuldner ist im deutschen Wortlaut gleichbedeutend mit schuldig. Von daher hat er ein schlechteres Ansehen. In unserem Glossar dient der Ausdruck Schuldner nur der eindeutigen Definition und wird wertfrei genutzt. Ohne den Mut der Schuldner würden die Räder der Wirtschaft still stehen. Allein in Deutschland wurden 230 Milliarden Euro Konsumkredite vergeben. Insgesamt beträgt die Kreditaufnahme privater Haushalte für Konsum und Baufinanzierung rund 1.000 Milliarden Euro.

Schuldnerberater

Sie sind von der beruflichen Qualifikation her meistens Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen (knapp 90 Prozent). Dies kommt zustande, weil die Wohlfahrtsverbände im Wesentlichen diese Berufsgruppe beschäftigt, und die Schuldnerberatung dort ihren Ursprung hatte. Leider fehlt diesen Beratern häufig der kaufmännische Hintergrund. Es gibt keine staatlichen Richtlinien zur Ausbildung des Schuldnerberaters. Bankkaufleute, Buchhalter und Betriebswirte sind wegen ihres berufspezifischen Verständnisses, besonders gut für den Beruf des Schuldnerberaters geeignet. Sie benötigen zur Vervollkommnung aber auch zusätzliche soziale und rechtliche Kompetenzen. In Deutschland gibt es knapp 2.000 Schuldnerberater in ca.900 Beratungsstellen. In manchen Landkreisen gibt es nur eine Beratungsstelle z.B. die der Caritas oder Diakonie. Dies ist ein unhaltbarer Zustand, weil damit keine freie Beraterwahl mehr gegeben ist. Missbrauchsopfer der Kirchen, die durch das erlebte Trauma nicht in der Lage sind, ihr Leben zu organisieren, müssten der örtlichen kirchlichen Beratungsstelle abermals ihr Vertrauen geben. Es ist dringend erforderlich, flächendeckend staatlich anerkannte Schuldnerberatungsstellen neu zu begründen, ggf. durch Privatmittel finanziert. Wünschenswert wäre es, den Beruf Schuldnerberater in einem Berufsbild festzulegen. Ähnlich wie bei dem Berufsbild der Heilpraktiker sollte ein jeder diesen Beruf ausüben dürfen, der bestimmte Prüfungen ablegt und besteht.

Schuldnerberatung

Sie hat die Aufgabe, den Schuldner hinsichtlich einer Entschuldung zu beraten. Es gibt ca. 900 Beratungsstellen mit insgesamt knapp 2.000 Beratern in Deutschland. 90 Prozent davon beraten nicht bei Selbstständigkeit, 80 Prozent beraten nicht bei Immobilienbesitz. Es gibt Wartezeiten von bis zu vier Jahren. Üblich sind allerdings drei bis sechs Monate. Nur wenige staatlich anerkannte, gewerbliche Schuldnerberatungsstellen decken alle Beratungspunkte ab und haben keine Wartezeiten. Diese arbeiten nicht kostenfrei, können aber höhere Belastungen und teure Folgeschäden ersparen.

Staatliche zugelassene Schuldnerberatungsstelle

Das ist eine geeignete Stelle. Die Zulassungsvoraussetzungen haben die einzelnen Bundesländer unterschiedlich in den Ausführungsverordnungen zur Insolvenzordnung geregelt. Es werden sowohl berufliche als auch fachliche Mindestvoraussetzungen geprüft. In einer geeigneten Stelle können mehrere Schuldnerberater arbeiten. Geeignete Stellen können sowohl gewerblich, als auch gemeinnützig tätig sein. Sie sind berechtigt, in bestimmten Bereichen Rechtsdienstleistungen anzubieten, u.a. auch Bescheinigungen für die Insolvenzordnung und für das P-Konto auszustellen.

Stundung

Das bedeutet, die Zahlung hinausschieben bzw. den Beginn der Zahlung zu verzögern. Das zeitliche Hinausschieben der Fälligkeit einer Forderung. Die Vereinbarung, eine Forderung zu stunden, kann sowohl vor der eigentlichen Fälligkeit als auch später gegenseitig vereinbart werden.

Team U

Die Team U unterstützt Selbstständige, Gesellschafter und Unternehmer/-innen in akuten Krisensituationen. Sie stellt Finanzierungshilfen für Beratung und Ausbildung zur Verfügung und schafft Räume, in denen Erfahrungsaustausch stattfindet. Ein offenes Angebot und unsere öffentliche Arbeit sollen den vorurteilsfreien Umgang mit dem Tabuthema Insolvenz fördern. Es gibt viele Gründe, warum ein Unternehmen in die Schieflage geraten kann: Umsatzeinbruch, Liquiditätsprobleme, Zahlungsausfälle, Kundenabwanderung – und es gibt immer einen Menschen dahinter! Team U berät Unternehmerinnen und Unternehmer von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die in dieser schwierigen Phase einen Partner auf Augenhöhe suchen.

Treuhänder

Er ist die vom Gericht eingesetzte Person, die das Privatinsolvenzverfahren des Schuldners überwachen bzw. verwalten soll. Meistens werden dafür unabhängige Rechtsanwälte ausgesucht, die den Schwerpunkt im Insolvenzrecht haben. Achtung: Der Treuhänder ist nicht der Ratgeber des Schuldners, sondern lediglich treuhänderisch für das Gericht tätig.

Überschuldung

Wenn mehr Schulden als Vermögen vorhanden sind, dann nennt man das überschuldet.

Verbraucherinsolvenzverfahren

Das Insolvenzverfahren für Menschen, die nie selbstständig waren oder auch für ehemalige Selbstständige, wenn das Verfahren übersichtlich ist (weniger als 20 Gläubiger und keine Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen). Das Verfahren wird im Aktenzeichen mit IK bezeichnet. (Kleinverfahren). Ziel des Verfahrens ist die Restschuldbefreiung, die 6 Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erteilt werden kann.

Verfahrenskostenstundung

Ein Insolvenzverfahren kann nicht eröffnet werden, wenn die Gerichtskosten nicht gedeckt sind. Den natürlichen Personen wird die Möglichkeit einer Verfahrenskostenstundung gewährt, damit überhaupt ein Verfahren beginnen kann. Allerdings muss es auch eine Aussicht auf Restschuldbefreiung geben.

Vergleich

Zwei Vertragsparteien vereinbaren eine neue Verabredung über die gegenseitigen Verpflichtungen. In aller Regel verzichtet dabei ein Gläubiger auf einen Teil seiner Forderungen, wenn er im Gegenzug einen Vergleichsbetrag oder eine andere Gegenleistung erhält. Es gibt hinsichtlich der Größe eines Verzichtes keine Regeln. Das Insolvenzberatungs-Unternehmen Comeback hat für Klienten schon Vergleiche von unter 1 Prozent der Gesamtforderung geschlossen. Diese Erfolge sind aber eher unüblich.

Verjährung

Damit eine Forderung nicht unendlich lange betrieben werden kann, wurden Verjährungsfristen gesetzlich festgelegt. Beispiel: Ein Handwerker, der vor fünf Jahren beschäftigt wurde, stellt nun eine Rechnung. Doch nach so langer Zeit ist nicht mehr nachzuvollziehen, wie die Beschäftigung im Detail abgelaufen ist. Diese Forderung ist zum Beispiel schon nach drei Folgejahren verjährt. Hat dieser Handwerker aber einen gerichtlichen Titel erwirkt (Vollstreckungsbescheid oder Urteil), darf er bis zu 30 Jahre das Geld fordern.

Wohlfahrtsverband

Ein Sammelbegriff für Träger wie Diakonie, Caritas, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt, Paritäten etc. Die kirchlich geprägten Verbände (Caritas – katholisch und Diakonie – evangelisch) zählen zu den weltweit größten Arbeitgebern. Diese „Macht“-Stellung wird sowohl beim Personal als auch beim Klientel eingesetzt, um die entsprechenden Glaubensrichtungen zu bevorzugen. Etwa. 90 Prozent der Kosten dieser Verbände werden aus staatlichen Mitteln aufgebracht.

Wohlverhaltenszeit

Das ist so etwas wie eine Bewährungszeit für Schuldner, die die Restschuldbefreiung erhalten möchten. Die Wohlverhaltenszeit dauert bis zu sechs Jahre an. Wie das Wort schon sagt, soll der Schuldner alles in seiner Macht stehende unternehmen, um seine Redlichkeit zu beweisen, z.B. Arbeit suchen, den Treuhänder und das Gericht über einen Wohnort- oder Arbeitgeberwechsel informieren, Änderungen in der Unterhaltspflicht oder auch Erbantritte mitteilen etc.. Auf Antrag und unter Zustimmung aller Gläubiger kann eine Wohlverhaltenszeit abgekürzt werden. Nach der Gesetzesänderung ist es dann ab dem 01.07.2014 so, dass diejenigen Schuldner, die 35 Prozent aller angemeldeten Forderungen zzgl. der Verfahrenskosten bezahlen können, eine auf drei Jahre verkürzte Wohlverhaltenszeit durchlaufen. Wer innerhalb von fünf Jahren seine Verfahrenskosten aufbringen kann, durchläuft eine fünfjährige Wohlverhaltenszeit. Alle vor diesem Zeitpunkt (01.07.2014) eröffneten Verfahren unterliegen noch der alten Regelung.

Zahlungsunfähigkeit

Sie liegt vor, wenn zu einen zuvor vereinbarten oder bestimmten Termin eine Forderung nicht bezahlt wird/werden kann. Spätestens nach einer durch einen Gerichtsvollzieher vorgenommenen fruchtlosen Pfändung ist die Zahlungsunfähigkeit offenbar geworden.

Zustimmungsersetzung

Im Vorfeld einer Verbraucherinsolvenzeröffnung wird ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan vorgelegt. Falls die Mehrheit der Gläubiger nach Summe und Köpfen zustimmen, kann ein Gericht die Zustimmung der ablehnenden Gläubiger ersetzen.

Unternehmenskrise

Unternehmenskrise ist die Phase eines Unternehmens, in der seine Funktionsfähigkeit und Stabilität beeinträchtigt ist und die Gefahr eines Unternehmenszusammenbruchs (Insolvenz) droht.
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